Die Ausbildung zum Steuerberater dauert in der Regel zwischen sechs und zehn Jahren, von der Hochschulausbildung bis zur bestandenen Steuerberaterprüfung. Der genaue Zeitraum hängt vom gewählten Bildungsweg, der geforderten Berufspraxis und der individuellen Vorbereitungszeit auf das Examen ab. Die folgenden Fragen beleuchten jeden Schritt auf diesem Weg.
Welche Voraussetzungen muss man für den Steuerberater erfüllen?
Wer Steuerberater oder Steuerberaterin werden möchte, benötigt eine anerkannte Hochschulausbildung oder eine abgeschlossene Berufsausbildung im steuerlichen oder kaufmännischen Bereich sowie eine mehrjährige praktische Berufserfahrung. Die genauen Voraussetzungen sind im Steuerberatungsgesetz (StBerG) geregelt und richten sich nach dem jeweiligen Bildungsabschluss.
Grundsätzlich gibt es zwei Hauptwege in den Beruf:
- Akademischer Weg: Ein abgeschlossenes Hochschulstudium, typischerweise in Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre, Rechtswissenschaften oder einem vergleichbaren Fach, ist die häufigste Grundlage. Nach dem Studium ist eine Berufspraxis von mindestens drei Jahren erforderlich.
- Berufsausbildung: Wer eine Ausbildung zum Steuerfachangestellten oder eine vergleichbare kaufmännische Ausbildung abgeschlossen hat, kann ebenfalls zur Steuerberaterprüfung zugelassen werden, allerdings ist dann eine längere Praxiszeit von zehn Jahren vorgeschrieben.
In beiden Fällen muss die Berufspraxis in einem steuerberatenden, wirtschaftsprüfenden oder ähnlich qualifizierten Umfeld absolviert werden. Wer also frühzeitig in einer Kanzlei arbeitet, legt damit gleichzeitig die Grundlage für die spätere Zulassung zum Examen.
Wie lange dauert die praktische Berufserfahrung vor dem Examen?
Die Mindestdauer der praktischen Berufserfahrung beträgt drei Jahre für Hochschulabsolventen und zehn Jahre für Bewerber mit einer steuerlichen Berufsausbildung ohne Hochschulstudium. Diese Praxiszeit muss in einem qualifizierten Berufsumfeld, etwa einer Steuerberatungskanzlei, einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft oder der Finanzverwaltung, geleistet werden.
Für Hochschulabsolventen bedeutet das: Wer nach dem Studium direkt in einer Kanzlei anfängt, kann nach drei Jahren erstmals zur Steuerberaterprüfung zugelassen werden. Die Praxiszeit muss dabei nicht zwingend bei einem einzigen Arbeitgeber absolviert werden, solange die Tätigkeiten inhaltlich den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.
Für Berufseinsteiger ohne Studium ist der Weg länger, aber durchaus gangbar. Zehn Jahre qualifizierte Berufspraxis sind zwar eine erhebliche Zeitspanne, vermitteln jedoch ein tiefes praktisches Verständnis der steuerlichen Beratungsarbeit, eine Grundlage, die im Examen und im späteren Berufsalltag spürbar hilft.
Wie ist das Steuerberaterexamen aufgebaut?
Das Steuerberaterexamen besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Die schriftliche Prüfung umfasst drei Klausuren an aufeinanderfolgenden Tagen, die mündliche Prüfung folgt nach bestandenem schriftlichem Teil. Das Examen gilt als eines der anspruchsvollsten Berufsexamina in Deutschland.
Schriftliche Prüfung
Die drei Klausuren decken die zentralen steuerrechtlichen Bereiche ab: Ertragsteuern (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Gewerbesteuer), Umsatzsteuer sowie Buchführung und Bilanzwesen. Jede Klausur dauert sechs Stunden. Die Prüfungen finden in der Regel im Herbst statt und werden von den jeweiligen Landesfinanzbehörden organisiert.
Mündliche Prüfung
Wer die schriftlichen Klausuren besteht, wird zur mündlichen Prüfung zugelassen. Diese dauert in der Regel etwa eine Stunde und umfasst Fragen aus dem gesamten Steuerrecht sowie aus Berufsrecht und Berufsethik. Die mündliche Prüfung findet typischerweise im Frühjahr des Folgejahres statt.
Wie lange dauert die Vorbereitung auf das Steuerberaterexamen?
Die Vorbereitung auf das Steuerberaterexamen dauert üblicherweise zwischen sechs und zwölf Monaten intensiver Lernzeit. Die meisten Kandidaten nutzen strukturierte Vorbereitungskurse, die von spezialisierten Anbietern angeboten werden und den umfangreichen Prüfungsstoff systematisch aufarbeiten.
Da das Examen ein sehr breites und tiefes Wissen im deutschen Steuerrecht verlangt, ist eine strukturierte Vorbereitung kaum zu umgehen. Neben externen Kursen ist eigenständiges Üben anhand von Altklausuren ein wichtiger Bestandteil der Prüfungsvorbereitung. Viele Berufstätige bereiten sich berufsbegleitend vor, das erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Zeitmanagement, ist aber der Regelfall in der Branche.
Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter aktiv in der Karriereentwicklung fördern, unterstützen die Vorbereitung häufig durch flexible Arbeitszeiten, Freistellungen oder die Übernahme von Kursgebühren. Bei SLD wird dieser Weg gezielt begleitet, weil der Leistungsgedanke und die fachliche Weiterentwicklung der Mitarbeiter fest zur Unternehmenskultur gehören.
Wie viele Jahre dauert der gesamte Weg zum Steuerberater?
Der gesamte Weg zum Steuerberater dauert für Hochschulabsolventen in der Regel zwischen sechs und acht Jahren: drei bis vier Jahre Studium, drei Jahre Berufspraxis und etwa ein Jahr Prüfungsvorbereitung. Wer den Weg über eine Berufsausbildung geht, muss mit zwölf bis vierzehn Jahren rechnen.
Dabei ist zu beachten, dass sich Berufspraxis und Prüfungsvorbereitung zeitlich überlappen können. Viele Kandidaten beginnen mit der strukturierten Vorbereitung noch während der laufenden Praxiszeit, sobald die Mindeststunden erfüllt sind. Das verkürzt den Gesamtweg spürbar.
Der Weg ist lang, aber er lohnt sich: Der Steuerberater oder die Steuerberaterin gehört zu den geschützten Berufsbezeichnungen in Deutschland und öffnet Türen zu einer eigenverantwortlichen, anspruchsvollen Tätigkeit in der Beratung von Unternehmen und Privatpersonen.
Was kommt nach dem bestandenen Steuerberaterexamen?
Nach dem bestandenen Steuerberaterexamen folgt die Bestellung zur Steuerberaterin oder zum Steuerberater durch die zuständige Steuerberaterkammer. Erst mit dieser offiziellen Bestellung darf die geschützte Berufsbezeichnung geführt werden. Danach stehen verschiedene Karrierewege offen.
Wer in einer Kanzlei angestellt bleibt, übernimmt in der Regel größere Verantwortung, betreut eigene Mandate und entwickelt sich fachlich und führungsseitig weiter. Viele Steuerberater streben mittelfristig eine Partnerschaft oder die Gründung einer eigenen Kanzlei an.
Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, weitere Qualifikationen zu erwerben. Der Weg zum Wirtschaftsprüfer oder zur Wirtschaftsprüferin ist für viele Steuerberater ein logischer nächster Schritt, da Teile der Steuerberaterprüfung auf das Wirtschaftsprüferexamen angerechnet werden können. Auch Spezialisierungen, etwa im internationalen Steuerrecht, im Erbschaftsteuerrecht oder in der Unternehmensberatung, eröffnen zusätzliche Perspektiven und machen den Beruf langfristig vielseitig und entwicklungsfähig.
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