Die Weiterbildung zum Steuerfachwirt lohnt sich in den meisten Fällen mehr als eine reine Ausbildung zur Steuerfachangestellten, wenn Sie langfristig mehr Verantwortung übernehmen und Ihr Gehalt steigern möchten. Der entscheidende Faktor ist Ihre Karriereambition: Wer in der Steuerberatung wachsen will, kommt mit dem Steuerfachwirt deutlich weiter. Die folgenden Fragen helfen Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihre Situation zu treffen.
Was verdienen Steuerfachwirte mehr als Steuerfachangestellte?
Steuerfachwirte verdienen in der Regel spürbar mehr als Steuerfachangestellte, weil sie anspruchsvollere Aufgaben übernehmen und eine höhere fachliche Qualifikation mitbringen. Der genaue Unterschied hängt von Faktoren wie Kanzleigröße, Region, Berufserfahrung und individuellem Verhandlungsgeschick ab. Pauschale Zahlen greifen hier zu kurz.
Was sich klar sagen lässt: Die Weiterbildung zum Steuerfachwirt öffnet Türen zu Positionen, die Steuerfachangestellten schlicht nicht zugänglich sind. Mehr Verantwortung bedeutet in der Praxis fast immer auch eine bessere Vergütung. Wer also gezielt in seine Qualifikation investiert, kann diesen Schritt direkt in der Gehaltsverhandlung geltend machen.
Welche Voraussetzungen braucht man für die Steuerfachwirt-Prüfung?
Für die Zulassung zur Steuerfachwirt-Prüfung braucht man in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung zur Steuerfachangestellten sowie eine bestimmte Anzahl an Berufsjahren in einer Steuerberatungskanzlei oder einem vergleichbaren Umfeld. Die genauen Anforderungen legt die zuständige Steuerberaterkammer fest.
Konkret gelten in den meisten Bundesländern folgende Voraussetzungen:
- Abgeschlossene Ausbildung zur Steuerfachangestellten
- Mindestens drei Jahre Berufspraxis nach der Ausbildung (teilweise sind kürzere Zeiten möglich, wenn besondere Qualifikationen vorliegen)
- Nachweis der Tätigkeit in einem steuerberatenden Beruf
Wer eine andere kaufmännische Ausbildung oder ein betriebswirtschaftliches Studium mitbringt, kann unter bestimmten Bedingungen ebenfalls zugelassen werden. Prüfen Sie die aktuellen Zulassungsvoraussetzungen direkt bei Ihrer zuständigen Steuerberaterkammer.
Wie lange dauert die Weiterbildung zum Steuerfachwirt?
Die Weiterbildung zum Steuerfachwirt dauert typischerweise zwischen einem und zwei Jahren, je nachdem, ob ein Vollzeit- oder Teilzeitkurs belegt wird. Die meisten Berufstätigen absolvieren die Weiterbildung berufsbegleitend, was bedeutet: Unterricht an Abenden oder Wochenenden, kombiniert mit Selbststudium.
Die Prüfung selbst besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Wer gut vorbereitet in die Prüfung geht, schafft diese in einem Durchgang. Viele Kanzleien unterstützen ihre Mitarbeitenden aktiv bei der Vorbereitung, zum Beispiel durch Freistellungen für Lehrveranstaltungen oder die Übernahme von Kursgebühren. Das lohnt sich für beide Seiten: Die Kanzlei gewinnt qualifiziertere Fachkräfte, und die Mitarbeitenden investieren in ihre eigene Zukunft.
Welche Aufgaben übernehmen Steuerfachwirte, die Steuerfachangestellten nicht vorbehalten sind?
Steuerfachwirte übernehmen komplexere und eigenverantwortlichere Aufgaben als Steuerfachangestellte. Sie arbeiten selbstständiger an anspruchsvollen Mandaten, koordinieren häufig Teams und sind stärker in die Beratung eingebunden, nicht nur in die Sachbearbeitung.
Typische Aufgaben, die Steuerfachwirten vorbehalten sind:
- Eigenständige Erstellung komplexer Jahresabschlüsse und Steuererklärungen für Unternehmen
- Beratung von Mandanten zu steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten
- Führung und fachliche Anleitung von Steuerfachangestellten
- Übernahme von Mandatsverantwortung in Absprache mit der Steuerberatung
- Bearbeitung von Betriebsprüfungen und Einspruchsverfahren
Steuerfachangestellte arbeiten dagegen stärker nach Anweisung und übernehmen standardisierte Aufgaben wie die vorbereitende Buchhaltung, einfachere Steuererklärungen und die Kommunikation mit Finanzbehörden in Routinefällen. Beide Rollen sind wichtig, aber Steuerfachwirte agieren auf einer anderen fachlichen Ebene.
Lohnt sich der Steuerfachwirt als Zwischenschritt zum Steuerberater?
Ja, der Steuerfachwirt ist ein sehr sinnvoller Zwischenschritt auf dem Weg zum Steuerberater. Die Weiterbildung vertieft das steuerliche Fachwissen erheblich und bereitet auf die anspruchsvolle Steuerberaterprüfung vor, die zu den schwierigsten Berufsexamina in Deutschland zählt.
Konkret profitieren Sie auf mehreren Ebenen:
- Fachliches Fundament: Der Steuerfachwirt-Lehrgang deckt viele Themen ab, die auch im Steuerberaterexamen geprüft werden. Das reduziert den Lernaufwand für das Examen spürbar.
- Praktische Erfahrung: Als Steuerfachwirt arbeitet man eigenverantwortlicher und baut genau die Praxiskompetenz auf, die für die Steuerberaterprüfung vorausgesetzt wird.
- Verkürzung der Zulassungszeit: Der Steuerfachwirt kann unter bestimmten Voraussetzungen die erforderliche Praxiszeit für die Zulassung zur Steuerberaterprüfung verkürzen.
Wer also langfristig Steuerberater werden möchte, tut gut daran, den Weg über den Steuerfachwirt zu gehen, statt direkt nach der Ausbildung auf das Examen hinzuarbeiten. Die Zwischenstufe macht nicht nur fachlich stärker, sondern stellt auch finanziell besser, während man sich vorbereitet.
Wann sollte man sich für die Ausbildung zur Steuerfachangestellten entscheiden?
Die Ausbildung zur Steuerfachangestellten ist der richtige Einstieg, wenn Sie nach der Schule einen soliden, praxisorientierten Berufseinstieg in der Steuerberatung suchen. Sie vermittelt alle Grundlagen, die für eine Karriere in diesem Bereich nötig sind, und öffnet gleichzeitig die Tür zur späteren Weiterbildung.
Die Ausbildung zur Steuerfachangestellten empfiehlt sich besonders, wenn:
- Sie direkt nach dem Schulabschluss in die Berufswelt einsteigen möchten
- Sie noch nicht sicher sind, wie weit Sie in der Steuerberatung gehen wollen
- Sie praktische Erfahrung sammeln möchten, bevor Sie sich auf eine Weiterbildung festlegen
- Sie eine strukturierte, dreijährige Ausbildung mit Kammerzertifikat bevorzugen
Wichtig zu verstehen: Die Ausbildung ist kein Endpunkt, sondern ein Startpunkt. Wer nach einigen Jahren Berufserfahrung merkt, mehr erreichen zu wollen, kann jederzeit den Schritt zum Steuerfachwirt gehen. Die Karriere in der Steuerberatung ist so aufgebaut, dass jede Stufe auf der vorherigen aufbaut.
Wie wir Sie bei Ihrer Karriere in der Steuerberatung unterstützen
Bei SLD bilden wir selbst Steuerfachangestellte aus und begleiten unsere Mitarbeitenden aktiv auf ihrem weiteren Karriereweg. Das bedeutet konkret:
- Strukturierte Ausbildung zur Steuerfachangestellten an den Standorten Regensburg, Straubing und Neutraubling
- Aktive Förderung der Weiterbildung zum Steuerfachwirt, einschließlich Unterstützung bei Kursplanung und Prüfungsvorbereitung
- Klare Entwicklungspfade bis hin zur Qualifikation als Steuerberater
- Individuelle, angemessene Vergütung, die Qualifikation und Einsatz widerspiegelt
- Interne und externe Fortbildungsmaßnahmen als fester Bestandteil der Kanzleikultur
Ob Sie gerade Ihren Schulabschluss in der Tasche haben oder als erfahrene Fachkraft einen neuen Arbeitgeber suchen, der Ihre Weiterentwicklung ernst nimmt: Schauen Sie sich unsere offenen Stellen an oder nutzen Sie unser Kurzbewerbungsportal für einen unkomplizierten Einstieg. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen Ihren nächsten Karriereschritt zu planen.
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