Ja, die Ausbildung zur Steuerfachangestellten ist auch ohne Abitur möglich. Ein mittlerer Schulabschluss, also ein Realschulabschluss oder ein vergleichbarer Abschluss, reicht in den meisten Fällen aus, um eine Ausbildungsstelle in einer Steuerkanzlei zu bekommen. Auch mit einem Hauptschulabschluss haben Bewerbende mit guten Noten und Motivation durchaus eine Chance. Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen rund um Voraussetzungen, Ablauf, Gehalt und Karrieremöglichkeiten.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung zur Steuerfachangestellten?
Für die Ausbildung zur Steuerfachangestellten ist kein Abitur erforderlich. Die meisten Ausbildungsbetriebe erwarten einen mittleren Schulabschluss, also in der Regel einen Realschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss. Bewerbende mit Hauptschulabschluss werden ebenfalls berücksichtigt, wenn die Noten in relevanten Fächern überzeugen.
Gesetzlich schreibt das Berufsbildungsgesetz keinen bestimmten Schulabschluss für diese Ausbildung vor. Die Anforderungen legt jede Kanzlei selbst fest. In der Praxis bevorzugen viele Kanzleien Bewerbende mit Realschulabschluss, weil die Ausbildungsinhalte ein solides Grundverständnis für Mathematik, Deutsch und wirtschaftliche Zusammenhänge voraussetzen. Wer diese Fächer mit guten Noten abgeschlossen hat, bringt die beste Ausgangslage mit, unabhängig vom formalen Abschluss.
Auch Bewerbende mit Fachhochschulreife oder Abitur starten diese Ausbildung, etwa weil sie gezielt in die Steuerberatung einsteigen möchten. Die Ausbildung steht also grundsätzlich allen offen, die die schulischen Grundlagen mitbringen und Interesse an steuerlichen Themen haben.
Welche Noten und Fächer sind besonders wichtig für Bewerbende?
Besonders wichtig sind gute Noten in Mathematik, Deutsch und Wirtschaft. Diese drei Fächer spiegeln direkt wider, was in der Ausbildung täglich gefragt ist: Zahlenverständnis, schriftliche Kommunikation und wirtschaftliches Denken. Kanzleien schauen sich das Zeugnis genau an und gewichten diese Fächer stärker als andere.
Mathematik ist relevant, weil Steuerfachangestellte täglich mit Zahlen, Berechnungen und Buchungen arbeiten. Dabei geht es weniger um höhere Mathematik als um sicheres Rechnen, logisches Denken und Genauigkeit. Deutsch ist wichtig, weil die Kommunikation mit Mandanten, das Verfassen von Schreiben und das Verstehen von Gesetzestexten einen großen Teil der Arbeit ausmachen. Wer klar und präzise formulieren kann, hat einen klaren Vorteil.
Englischkenntnisse sind kein formales Auswahlkriterium, aber zunehmend nützlich, besonders in Kanzleien, die auch international tätige Mandanten betreuen. Wer im Zeugnis außerdem Stärken in Sozialkunde oder einem wirtschaftsnahen Fach vorweisen kann, unterstreicht damit das Interesse an gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zusammenhängen, was gut zur Arbeit in einer Steuerkanzlei passt.
Wie läuft die Ausbildung zur Steuerfachangestellten ab?
Die Ausbildung zur Steuerfachangestellten dauert in der Regel drei Jahre und ist dual aufgebaut: Auszubildende arbeiten an drei bis vier Tagen pro Woche in der Kanzlei und besuchen an den übrigen Tagen die Berufsschule. Der Unterricht in der Berufsschule vermittelt theoretisches Wissen, die Kanzlei bringt die praktische Anwendung.
In der Kanzlei lernen Auszubildende schrittweise alle relevanten Bereiche kennen:
- Buchführung und Jahresabschluss
- Lohnbuchhaltung und Gehaltsabrechnungen
- Steuererklärungen für Privatpersonen und Unternehmen
- Kommunikation mit Mandanten und Finanzbehörden
- Fristen, Bescheide und Einsprüche
Die Berufsschule ergänzt dieses Praxiswissen mit Unterricht in Steuerlehre, Rechnungswesen, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Rechtskunde. Am Ende der Ausbildung steht die Abschlussprüfung bei der zuständigen Steuerberaterkammer, die aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht.
Unter bestimmten Voraussetzungen lässt sich die Ausbildungszeit auf zweieinhalb oder sogar zwei Jahre verkürzen, zum Beispiel bei sehr guten Leistungen oder wenn bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt.
Was verdient man als Steuerfachangestellte während und nach der Ausbildung?
Die Ausbildungsvergütung für Steuerfachangestellte steigt mit jedem Ausbildungsjahr und ist in den meisten Kanzleien tariflich geregelt oder orientiert sich an branchenüblichen Sätzen. Nach der Ausbildung liegt das Gehalt je nach Kanzlei, Standort, Erfahrung und Aufgabenbereich auf einem wettbewerbsfähigen Niveau.
Konkrete Zahlen variieren stark, weshalb wir hier keine pauschalen Spannen nennen. Was wir sagen können: Wer nach der Ausbildung weiterlernt und sich zur Steuerfachwirtin oder zum Steuerfachwirt beziehungsweise zur Bilanzbuchhalterin oder zum Bilanzbuchhalter weiterbildet, steigert damit auch das Gehaltspotenzial deutlich. Fachliche Entwicklung und Verantwortung gehen bei diesem Beruf Hand in Hand mit der Vergütung.
Wichtig zu wissen: In vielen Kanzleien werden Gehälter individuell vereinbart. Das bedeutet, wer Leistung zeigt und Verantwortung übernimmt, kann auch ohne lange Betriebszugehörigkeit gut verdienen.
Welche Karrierewege gibt es nach der Ausbildung ohne Abitur?
Nach der Ausbildung zur Steuerfachangestellten stehen mehrere Karrierewege offen, und das ganz ohne Abitur. Die Ausbildung ist kein Endpunkt, sondern ein Einstieg in ein Berufsfeld mit echten Aufstiegsmöglichkeiten durch Weiterbildung und Praxiserfahrung.
Die häufigsten Entwicklungspfade sind:
- Steuerfachwirt: Diese Weiterbildung richtet sich an erfahrene Steuerfachangestellte und qualifiziert für anspruchsvollere Aufgaben in der Steuerberatung. Die Prüfung wird von der Steuerberaterkammer abgenommen.
- Bilanzbuchhaltung: Wer sich auf Rechnungswesen und Jahresabschlüsse spezialisieren möchte, kann den Abschluss als Bilanzbuchhalterin oder Bilanzbuchhalter ablegen, einen anerkannten und gut vergüteten Abschluss in der Finanzwelt.
- Steuerberatung: Mit ausreichend Berufserfahrung und bestandenem Steuerberaterexamen ist auch der Sprung in die Steuerberatung möglich, auch ohne Abitur. Der Weg ist anspruchsvoll, aber machbar.
- Fachliche Spezialisierung: Viele Fachkräfte entwickeln sich in Spezialgebieten weiter, etwa im internationalen Steuerrecht, in der Lohnbuchhaltung oder in der Beratung bestimmter Branchen.
Diese Wege zeigen: Wer in der Steuerberatung einsteigt, kann sich durch Leistung und Weiterbildung kontinuierlich entwickeln, ganz unabhängig vom Schulabschluss, mit dem man gestartet ist.
Wie bewirbt man sich erfolgreich auf eine Ausbildungsstelle in einer Steuerkanzlei?
Eine erfolgreiche Bewerbung auf eine Ausbildungsstelle zur Steuerfachangestellten besteht aus einem überzeugenden Anschreiben, einem vollständigen Lebenslauf und den aktuellen Schulzeugnissen. Wer diese drei Bausteine sorgfältig zusammenstellt und individuell auf die Kanzlei eingeht, hebt sich von der Masse ab.
Folgende Punkte machen eine Bewerbung stärker:
- Konkretes Interesse zeigen: Erklären Sie im Anschreiben, warum Sie sich für den Beruf der Steuerfachangestellten interessieren und warum Sie sich bei dieser Kanzlei bewerben. Allgemeine Floskeln überzeugen niemanden.
- Stärken in Zahlen und Sprache betonen: Heben Sie gute Noten in Mathematik und Deutsch hervor. Wenn Sie ein Praktikum in einem kaufmännischen oder steuerlichen Umfeld absolviert haben, erwähnen Sie das unbedingt.
- Sorgfalt demonstrieren: Eine Bewerbung ohne Rechtschreibfehler und mit klarer Struktur zeigt bereits, dass Sie die Genauigkeit mitbringen, die in diesem Beruf täglich gefragt ist.
- Frühzeitig bewerben: Viele Kanzleien vergeben Ausbildungsplätze bereits ein Jahr im Voraus. Wer sich früh meldet, hat eine bessere Auswahl.
Ein kurzes Praktikum vor der Bewerbung ist eine gute Möglichkeit, echte Einblicke zu gewinnen und gleichzeitig einen persönlichen Kontakt zur Kanzlei aufzubauen. Das kann im Bewerbungsprozess ein echter Vorteil sein.
Wie wir bei SLD Ihre Karriere in der Steuerberatung fördern
Bei SLD bilden wir selbst Steuerfachangestellte aus und begleiten unsere Mitarbeitenden aktiv auf ihrem Karriereweg. Wer bei uns startet, arbeitet von Anfang an in einem interdisziplinären Team aus Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwälten an unseren Steuerstandorten in Regensburg, Straubing und Neutraubling.
Was wir konkret bieten:
- Strukturierte Ausbildung mit praxisnaher Einbindung von Beginn an
- Interne und externe Fortbildungen, zum Beispiel zur Vorbereitung auf die Prüfung zur Steuerfachwirtin oder zum Steuerfachwirt beziehungsweise zur Bilanzbuchhalterin oder zum Bilanzbuchhalter
- Klare Entwicklungsperspektiven bis hin zur Qualifikation als Steuerberaterin oder Steuerberater
- Individuelle Gehälter, die sich an Leistung und Verantwortung orientieren
- Positionen in Vollzeit und Teilzeit an unseren drei Steuerstandorten in Regensburg, Straubing und Neutraubling
Wenn Sie sich für eine Ausbildungsstelle bei SLD interessieren oder mehr über uns als Arbeitgeber in der Steuerberatung erfahren möchten, schauen Sie gerne auf unserer Website vorbei oder nutzen Sie unser Kurzbewerbungsportal für einen schnellen ersten Schritt. Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung.
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