Das Steuerberaterexamen gilt als eine der anspruchsvollsten Berufsqualifikationsprüfungen in Deutschland. Die Durchfallquoten liegen regelmäßig bei über 50 Prozent, was die Prüfung objektiv zu einem der schwierigsten Examina im wirtschaftlichen Bereich macht. Wer gut vorbereitet antritt, kann diese Hürde jedoch meistern. Die folgenden Fragen beleuchten die wichtigsten Aspekte rund um Schwierigkeitsgrad, Aufbau und Vorbereitung.
Wie hoch ist die Durchfallquote beim Steuerberaterexamen?
Die Durchfallquote beim Steuerberaterexamen liegt erfahrungsgemäß zwischen 50 und 60 Prozent. Das bedeutet, dass im Durchschnitt nur etwa jede zweite Person, die zur Prüfung antritt, diese im ersten Anlauf besteht. Damit gehört die Steuerberaterprüfung zu den selektivsten Berufsexamina in Deutschland.
Diese hohe Quote erklärt sich durch die Breite und Tiefe des Prüfungsstoffs sowie durch den erheblichen Zeitdruck in den Klausuren. Viele Kandidatinnen und Kandidaten unterschätzen den Umfang der erforderlichen Vorbereitung oder können Theorie und Praxis nicht ausreichend verbinden. Wer das Examen zum Steuerberater bestehen möchte, sollte die Durchfallquote als Warnsignal verstehen und die Vorbereitung entsprechend ernst nehmen. Gleichzeitig gilt: Wer strukturiert vorgeht und ausreichend Zeit investiert, hat gute Chancen auf Erfolg.
Welche Prüfungsteile hat das Steuerberaterexamen?
Das Steuerberaterexamen gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Prüfungsteil. Der schriftliche Teil besteht aus drei Klausuren, die an drei aufeinanderfolgenden Tagen abgelegt werden. Nur wer die schriftliche Prüfung besteht, wird zur mündlichen Prüfung zugelassen.
Die drei Klausuren decken folgende Themenbereiche ab:
- Klausur 1: Steuerrecht mit Schwerpunkt auf Ertragsteuern, insbesondere Einkommensteuer, Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer
- Klausur 2: Steuerrecht mit Schwerpunkt auf Umsatzsteuer sowie weiteren Steuerarten und Verfahrensrecht
- Klausur 3: Rechnungswesen, Buchführung und Bilanzsteuerrecht
Jede Klausur dauert sechs Stunden. Die mündliche Prüfung folgt in der Regel einige Monate später und umfasst ein Prüfungsgespräch zu allen relevanten Themenbereichen. Auch wenn der mündliche Teil für viele weniger bedrohlich wirkt, sollte er nicht unterschätzt werden, da er das Gesamtergebnis maßgeblich beeinflusst.
Welche Fächer sind im Steuerberaterexamen am schwierigsten?
Als besonders schwierig gelten die Ertragsteuerklausur sowie das Bilanzsteuerrecht. Diese Bereiche verlangen nicht nur umfangreiches Fachwissen, sondern auch die Fähigkeit, komplexe Sachverhalte unter Zeitdruck korrekt zu lösen. Viele Prüflinge scheitern weniger am Wissen als an der Anwendung unter Prüfungsbedingungen.
Die Einkommensteuer ist aufgrund ihrer Vielschichtigkeit besonders fehleranfällig. Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer erfordern ein tiefes Verständnis der Unternehmensbesteuerung, das über reine Gesetzeskenntnisse hinausgeht. Das Bilanzsteuerrecht verbindet handelsrechtliche Grundsätze mit steuerlichen Besonderheiten und erfordert daher doppelte Kompetenz.
Auch das Verfahrensrecht und die Umsatzsteuer werden von vielen Kandidatinnen und Kandidaten unterschätzt. Die Umsatzsteuer erscheint auf den ersten Blick systematisch, hat aber zahlreiche Ausnahmen und grenzüberschreitende Besonderheiten, die in der Steuerberaterprüfung regelmäßig abgefragt werden.
Wie lange dauert die Vorbereitung auf das Steuerberaterexamen?
Eine realistische Vorbereitungszeit auf das Steuerberaterexamen beträgt zwölf bis achtzehn Monate. Wer bereits in der täglichen Berufspraxis intensiv mit steuerlichen Themen arbeitet, kann diesen Zeitraum unter Umständen etwas verkürzen. Ohne solide Vorkenntnisse und strukturierte Vorbereitung ist ein kürzerer Zeitraum jedoch kaum empfehlenswert.
In der Praxis hat sich eine Kombination aus eigenem Lernen und einem Repetitorium bewährt. Repetitorien bieten strukturierte Kurse an, die den Prüfungsstoff systematisch aufbereiten und durch Übungsklausuren ergänzen. Das regelmäßige Lösen von Klausuren unter realen Zeitbedingungen ist dabei unverzichtbar, denn nur so lässt sich das notwendige Tempo entwickeln.
Wer neben dem Beruf lernt, sollte realistisch planen und mindestens 15 bis 20 Stunden pro Woche für die Vorbereitung einkalkulieren. Eine frühzeitige und konsequente Vorbereitung ist der entscheidende Faktor, um das Examen zum Steuerberater erfolgreich zu bestehen. Wer zudem in einem Unternehmen arbeitet, das Weiterbildung aktiv fördert, profitiert von einem klaren strukturellen Vorteil.
Was unterscheidet das Steuerberaterexamen vom Wirtschaftsprüferexamen?
Das Steuerberaterexamen und das Wirtschaftsprüferexamen unterscheiden sich sowohl in der thematischen Ausrichtung als auch im Umfang. Das Wirtschaftsprüferexamen gilt als noch umfangreicher, da es neben steuerlichen auch betriebswirtschaftliche, rechtliche und prüfungsspezifische Inhalte abdeckt. Das Steuerberaterexamen ist dagegen stärker auf das Steuerrecht fokussiert.
Konkret lassen sich die wesentlichen Unterschiede so zusammenfassen:
- Themenschwerpunkt: Das StB-Examen konzentriert sich auf Steuerrecht und Rechnungswesen. Das Wirtschaftsprüferexamen umfasst zusätzlich Wirtschaftsrecht, Betriebswirtschaft und Prüfungslehre.
- Prüfungsumfang: Das Wirtschaftsprüferexamen besteht aus sechs schriftlichen Klausuren, das Steuerberaterexamen aus drei.
- Zulassungsvoraussetzungen: Beide Prüfungen setzen ein Studium und einschlägige Berufserfahrung voraus, die genauen Anforderungen unterscheiden sich jedoch.
- Berufsfeld: Steuerberaterinnen und Steuerberater sind primär in der steuerlichen Beratung tätig, Wirtschaftsprüferinnen und Wirtschaftsprüfer führen Abschlussprüfungen durch und haben ein gesetzliches Prüfungsmonopol.
In interdisziplinären Kanzleien wie SLD, die Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung unter einem Dach vereinen, arbeiten Fachleute beider Qualifikationen eng zusammen und ergänzen sich gegenseitig.
Wann sollte man das Steuerberaterexamen ablegen?
Den optimalen Zeitpunkt für das Steuerberaterexamen gibt es nicht für alle gleichermaßen. Entscheidend ist, dass die gesetzlichen Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind und ausreichend Berufserfahrung vorliegt, um den Prüfungsstoff mit praktischem Verständnis zu verknüpfen. In der Regel empfiehlt sich ein Ablegen nach drei bis vier Jahren einschlägiger Berufspraxis.
Die Steuerberaterprüfung findet einmal jährlich im Herbst statt. Anmeldeschluss und genaue Termine variieren je nach Bundesland, da die Prüfung von den jeweiligen Steuerberaterkammern organisiert wird. Wer das Examen 2026 ablegen möchte, sollte die Anmeldefristen der zuständigen Kammer frühzeitig prüfen und die Vorbereitung entsprechend rückwärts planen.
Grundsätzlich gilt: Je früher im Berufsleben das Examen abgelegt wird, desto frischer sind in der Regel die theoretischen Grundlagen aus dem Studium. Gleichzeitig braucht es genug Praxiserfahrung, um die Klausuren mit dem nötigen Anwendungsverständnis zu lösen. Wer in einem Umfeld arbeitet, das aktiv auf Weiterbildung und Qualifikation setzt, hat dabei einen klaren Vorteil, denn tägliche Praxis und gezielte Förderung durch den Arbeitgeber verkürzen die Lücke zwischen Theorie und Prüfungsrealität erheblich. Einen Überblick über passende Einstiegsmöglichkeiten in der Steuerberatung bieten spezialisierte Kanzleien, die gezielt Nachwuchskräfte auf dem Weg zum Examen begleiten.
Wie SLD beim Steuerberaterexamen unterstützt
SLD ist eine interdisziplinäre Kanzlei, die Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Rechtsberatung unter einem Dach vereint. Für angehende Steuerberaterinnen und Steuerberater bietet dieses Umfeld ideale Voraussetzungen, um sich praxisnah auf das Examen vorzubereiten und gleichzeitig beruflich zu wachsen. Konkret profitieren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei SLD von folgenden Vorteilen:
- Gezielte Examensförderung: SLD unterstützt Kandidatinnen und Kandidaten aktiv bei der Vorbereitung auf das Steuerberaterexamen, unter anderem durch die Übernahme von Repetitoriumskosten und flexible Arbeitszeitmodelle während der Lernphase.
- Breite Praxiserfahrung: Die Arbeit an anspruchsvollen Mandaten aus unterschiedlichen Branchen schafft genau das Anwendungsverständnis, das im Examen den Unterschied macht.
- Interdisziplinäres Umfeld: Die enge Zusammenarbeit mit Wirtschaftsprüferinnen, Wirtschaftsprüfern und Rechtsanwältinnen sowie Rechtsanwälten vertieft das fachliche Verständnis weit über das reine Steuerrecht hinaus.
- Langfristige Perspektive: Wer das Examen erfolgreich abschließt, findet bei SLD klare Entwicklungswege bis hin zur Partnerschaft.
Wer den nächsten Schritt in seiner Karriere gehen und das Steuerberaterexamen in einem fördernden Umfeld ablegen möchte, ist bei SLD genau richtig. Jetzt unkompliziert bewerben und gemeinsam mit SLD den Weg zur Steuerberaterin oder zum Steuerberater einschlagen. Bei Fragen steht das Team gerne über das Kontaktformular zur Verfügung.
Ähnliche Artikel
- Wird der Steuerfachwirt von Arbeitgebern anerkannt und geschätzt?
- Ist der Beruf Steuerfachangestellte zukunftssicher trotz Digitalisierung?
- Welche Fehler machen Berufseinsteiger als Steuerberater am häufigsten?
- Ist ein Quereinstieg als Steuerfachangestellte ohne Ausbildung möglich?
- Wie läuft die Abschlussprüfung zur Steuerfachangestellten ab?


