Der Unterschied zwischen Steuerfachwirt und Steuerberater liegt vor allem in der Befugnis zur eigenverantwortlichen Beratung: Steuerberater sind freie Berufsträger mit umfassender Beratungsbefugnis, während Steuerfachwirte als qualifizierte Fachkräfte im Angestelltenverhältnis tätig sind und keine eigenständige Steuerberatung anbieten dürfen. Der Steuerfachwirt ist eine anspruchsvolle Fortbildung, der Steuerberater ein eigenständiger Beruf mit staatlicher Zulassung. Die folgenden Fragen beleuchten, was hinter diesem Unterschied steckt und welcher Weg zu welchem Ziel führt.
Was darf ein Steuerfachwirt, was ein Steuerberater nicht darf, und umgekehrt?
Ein Steuerfachwirt darf keine eigenständige Steuerberatung gegenüber Mandanten anbieten und keine Mandate selbst betreuen. Steuerberater hingegen sind zur geschäftsmäßigen Hilfeleistung in Steuersachen gesetzlich befugt und dürfen Mandanten eigenverantwortlich beraten, vertreten und Steuererklärungen im eigenen Namen einreichen. Der entscheidende Unterschied liegt also in der rechtlichen Befugnis, nicht im Fachwissen.
In der Praxis übernehmen Steuerfachwirte anspruchsvolle Aufgaben innerhalb einer Kanzlei oder eines Unternehmens: Sie erstellen Steuererklärungen, bearbeiten Jahresabschlüsse, prüfen Bescheide und bereiten komplexe Sachverhalte für die abschließende Beratung durch einen Steuerberater vor. Ihre vertiefte Ausbildung macht sie zu wertvollen Fachkräften, die eigenständig und verantwortungsvoll arbeiten, aber stets im Rahmen eines Anstellungsverhältnisses.
Was ein Steuerfachwirt nicht darf, ist die direkte, eigenverantwortliche Mandatsbetreuung nach außen. Er kann keine Kanzlei unter eigenem Namen führen und keine Steuerberatungsgesellschaft gründen. Umgekehrt gibt es keine Aufgabe, die ein Steuerberater zwingend selbst erledigen müsste und nicht an einen Steuerfachwirt delegieren könnte, solange die fachliche Aufsicht gewährleistet ist.
Welche Ausbildung führt zum Steuerfachwirt und welche zum Steuerberater?
Der Steuerfachwirt erlangt seinen Titel durch eine Fortbildungsprüfung, die auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung aufbaut. Der Steuerberater hingegen erwirbt seine Zulassung durch ein Hochschulstudium und das Bestehen des anspruchsvollen Steuerberaterexamens, das zu den schwierigsten Berufsexamina in Deutschland zählt.
Der Weg zum Steuerfachwirt
Ausgangspunkt ist in der Regel eine abgeschlossene Ausbildung zur Steuerfachangestellten oder zum Steuerfachangestellten sowie mehrere Jahre Berufserfahrung. Danach folgt eine berufsbegleitende Fortbildung, die auf die Prüfung vor der zuständigen Steuerberaterkammer vorbereitet. Die Prüfung umfasst schriftliche und mündliche Teile zu Themen wie Steuerrecht, Rechnungswesen und betriebswirtschaftlichen Grundlagen. Der gesamte Weg dauert in der Regel drei bis fünf Jahre nach der Berufsausbildung.
Der Weg zum Steuerberater
Steuerberater benötigen entweder ein abgeschlossenes Hochschulstudium in einem wirtschafts- oder rechtswissenschaftlichen Fach sowie anschließend mindestens zwei Jahre praktische Tätigkeit in einem steuerberatenden Beruf, oder sie weisen eine langjährige einschlägige Berufspraxis ohne Studium nach. Das eigentliche Steuerberaterexamen ist dreiteilig, umfasst mehrere Klausurtage sowie eine mündliche Prüfung und hat eine vergleichsweise niedrige Bestehensquote. Nach bestandener Prüfung erfolgt die Bestellung durch die Steuerberaterkammer.
Ist der Steuerfachwirt eine Vorstufe zum Steuerberater?
Der Steuerfachwirt ist keine formale Vorstufe zum Steuerberater, kann aber ein sinnvoller Schritt auf diesem Weg sein. Wer nach dem Steuerfachwirt das Steuerberaterexamen anstrebt, profitiert von vertieftem Fachwissen und praktischer Erfahrung, muss aber dennoch die vollständigen Zulassungsvoraussetzungen für das Examen erfüllen.
Konkret bedeutet das: Der Titel Steuerfachwirt ersetzt weder ein Hochschulstudium noch verkürzt er die Zulassungsvoraussetzungen automatisch. Allerdings können Steuerfachwirte unter bestimmten Voraussetzungen über den sogenannten Praxisweg zur Steuerberaterprüfung zugelassen werden, wenn sie eine ausreichend lange einschlägige Berufstätigkeit nachweisen. In diesem Sinne kann der Steuerfachwirt eine strategisch kluge Zwischenstation sein: Er vertieft das Fachwissen, steigert den Marktwert im Angestelltenverhältnis und bereitet inhaltlich auf das Steuerberaterexamen vor.
Wer von Anfang an Steuerberater werden möchte, sollte dennoch prüfen, ob der direkte Weg über ein Studium schneller ans Ziel führt. Beide Wege haben ihre Berechtigung, abhängig von der individuellen Ausgangssituation und den persönlichen Zielen.
Was verdient ein Steuerfachwirt im Vergleich zu einem Steuerberater?
Steuerberater verdienen im Durchschnitt deutlich mehr als Steuerfachwirte, da sie eigenverantwortlich Mandate führen, Kanzleien leiten und unmittelbar am wirtschaftlichen Erfolg der Beratungsleistung beteiligt sein können. Steuerfachwirte erzielen als Angestellte ein solides Fachkräftegehalt, das spürbar über dem einer Steuerfachangestellten liegt.
Die genaue Höhe hängt von Faktoren wie Berufserfahrung, Kanzleigröße, Region und individuellem Verantwortungsbereich ab. Steuerfachwirte übernehmen in vielen Kanzleien Führungsaufgaben, betreuen eigenständig komplexe Mandate innerhalb des Teams und sind damit oft in Positionen tätig, die auch finanziell entsprechend honoriert werden. Bei SLD etwa werden individuelle, leistungsgerechte Gehälter vereinbart, die die tatsächliche Qualifikation und den Beitrag jeder Person widerspiegeln.
Steuerberater, die eine eigene Kanzlei führen oder als Partner tätig sind, können ihr Einkommen durch unternehmerisches Handeln wesentlich stärker beeinflussen. Dieser unternehmerische Spielraum ist einer der Hauptgründe, warum viele ambitionierte Fachkräfte den aufwendigen Weg zum Steuerberaterexamen auf sich nehmen.
Für wen lohnt sich der Steuerfachwirt statt des Steuerberaters?
Der Steuerfachwirt lohnt sich besonders für Personen, die ohne Hochschulstudium eine anspruchsvolle Fachkarriere im Steuerrecht anstreben, in einer Kanzlei oder einem Unternehmen Führungsverantwortung übernehmen wollen und keine eigene Kanzlei gründen möchten. Er ist der richtige Abschluss für alle, die fachlich wachsen und sich spezialisieren wollen, ohne den langen Weg durch Studium und Steuerberaterexamen zu gehen.
Konkret eignet sich der Steuerfachwirt für folgende Situationen:
- Steuerfachangestellte, die ihre Karriere gezielt vorantreiben und mehr Verantwortung übernehmen wollen
- Personen, die kein Hochschulstudium absolviert haben oder absolvieren möchten
- Fachkräfte, die in einer Kanzlei oder im Steuerbereich eines Unternehmens eine Schlüsselrolle einnehmen wollen
- Menschen, die den Steuerfachwirt als inhaltliche Vorbereitung auf das Steuerberaterexamen nutzen möchten
Der Steuerberater hingegen ist die richtige Wahl für alle, die langfristig eigenverantwortlich beraten, eine eigene Kanzlei führen oder als Partner in einer Berufsgesellschaft tätig sein möchten. Dieser Weg erfordert mehr Investition in Ausbildung und Prüfungsvorbereitung, eröffnet dafür aber deutlich größere berufliche und unternehmerische Freiheiten.
Beide Qualifikationen haben ihren festen Platz in der Steuerberatungsbranche. Wer in einer interdisziplinären Kanzlei wie SLD arbeitet, profitiert davon, dass beide Berufsbilder eng zusammenarbeiten und sich gegenseitig ergänzen, an den Standorten Regensburg, Neutraubling und Straubing.
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