Nach der Ausbildung zur Steuerfachangestellten stehen mehrere klar definierte Weiterbildungswege offen: die Fortbildung zum Steuerfachwirt, die Prüfung zum Bilanzbuchhalter oder die Steuerberaterprüfung. Welcher Weg der richtige ist, hängt davon ab, ob man sich fachlich vertiefen, kaufmännisch breiter aufstellen oder den höchsten Berufsabschluss in der Steuerberatung anstreben möchte. Dieser Artikel beantwortet die wichtigsten Fragen rund um die Karriere nach der Ausbildung.
Welche Karrierewege stehen nach der Ausbildung offen?
Nach der Ausbildung zur Steuerfachangestellten gibt es drei klassische Weiterbildungspfade: die Fortbildung zum Steuerfachwirt, die Prüfung zum Bilanzbuchhalter oder den direkten Weg in Richtung Steuerberaterprüfung. Alle drei Wege bauen auf der Ausbildung auf und setzen Berufserfahrung voraus.
Die gute Nachricht: Eine sofortige Festlegung ist nicht notwendig. Viele Fachkräfte starten mit dem Steuerfachwirt als ersten Schritt und entscheiden danach, ob sie weitermachen. Andere sammeln zunächst einige Jahre Praxiserfahrung und wählen dann den Weg, der am besten zur beruflichen Situation passt. Wichtig ist, aktiv zu planen und den nächsten Schritt nicht dem Zufall zu überlassen.
Was ist der Unterschied zwischen Steuerfachwirt und Bilanzbuchhalter?
Die Fortbildung zum Steuerfachwirt ist steuerrechtlich ausgerichtet und baut direkt auf der Ausbildung zur Steuerfachangestellten auf. Die Bilanzbuchhalterprüfung hingegen ist breiter kaufmännisch ausgerichtet und vermittelt tiefes Wissen in Jahresabschluss, Controlling und Finanzwesen. Beide sind anerkannte IHK-Abschlüsse auf DQR-Niveau 6.
Steuerfachwirt: Vertiefung im Steuerrecht
Die Fortbildung zum Steuerfachwirt richtet sich gezielt an Steuerfachangestellte, die ihr steuerrechtliches Wissen vertiefen und mehr Verantwortung in einer Kanzlei übernehmen wollen. Der Fokus liegt auf Einkommensteuer, Körperschaftsteuer, Umsatzsteuer und dem Verfahrensrecht. Wer langfristig in der Steuerberatung bleiben möchte, ist mit diesem Abschluss gut aufgestellt.
Bilanzbuchhalter: Kaufmännische Breite
Die Bilanzbuchhalterausbildung eignet sich besonders für Fachkräfte, die in Unternehmen der Industrie oder im Handel arbeiten möchten, oder für alle, die sich stärker in Richtung Controlling und Rechnungswesen entwickeln wollen. In Kanzleien ist dieser Abschluss ebenfalls wertvoll, insbesondere wenn Mandanten intensive Unterstützung bei der Jahresabschlusserstellung benötigen.
Wie wird man nach der Ausbildung Steuerberater?
Um die Steuerberaterprüfung ablegen zu dürfen, sind nach der Ausbildung zur Steuerfachangestellten mindestens zehn Jahre einschlägige Berufserfahrung erforderlich – oder alternativ drei Jahre nach dem Abschluss zum Steuerfachwirt. Die Prüfung selbst besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil und gilt als eine der anspruchsvollsten Berufsexamina in Deutschland.
Der Weg über den Steuerfachwirt ist dabei der häufigste und auch der empfehlenswertere: Die Wartezeit wird erheblich verkürzt, das Wissen durch die Fortbildung gefestigt und man geht besser vorbereitet in die Steuerberaterprüfung. Nach bestandener Prüfung und Bestellung durch die Steuerberaterkammer ist man berechtigt, selbstständig als Steuerberater tätig zu sein oder als Berufsträger in einer Kanzlei zu arbeiten. Wer sich frühzeitig über mögliche Stellenangebote in der Steuerberatung informiert, kann die eigene Karriereplanung gezielt darauf ausrichten.
Welche Weiterbildungen werden von Arbeitgebern gefördert?
Viele Kanzleien und Unternehmen fördern Weiterbildungen aktiv, weil gut ausgebildete Fachkräfte direkt zur Qualität der Arbeit beitragen. Üblich sind Kostenbeteiligungen an Lehrgangsgebühren, bezahlte Freistellungen für Prüfungsvorbereitungen und flexible Arbeitszeitmodelle, die das Lernen neben dem Job erleichtern.
Konkret werden häufig folgende Maßnahmen unterstützt:
- Übernahme oder Beteiligung an den Kursgebühren für den Steuerfachwirt oder den Bilanzbuchhalter
- Freistellung für Prüfungen und Prüfungsvorbereitungskurse
- Interne Fachschulungen und Seminare zu aktuellen Steuerrechtsänderungen
- Unterstützung bei der Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung
- Mentoring durch erfahrene Berufsträger im Haus
Es lohnt sich, das Thema offen mit dem Arbeitgeber anzusprechen. Wer zeigt, dass er sich weiterentwickeln möchte, signalisiert Engagement und schafft eine gute Grundlage für eine konkrete Vereinbarung zur Förderung. Ein Blick auf die Vorteile eines modernen Arbeitgebers kann dabei helfen, die eigenen Erwartungen besser einzuordnen.
Wie lange dauern die einzelnen Weiterbildungen?
Die Dauer der Weiterbildungen variiert je nach Anbieter und Lernformat. Als grobe Orientierung gilt: Die Fortbildung zum Steuerfachwirt dauert in der Regel 18 bis 24 Monate im berufsbegleitenden Unterricht. Die Bilanzbuchhalterprüfung liegt in einem ähnlichen Zeitrahmen. Die Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung erfordert oft ein bis zwei Jahre intensives Selbststudium zusätzlich zur Berufstätigkeit.
Berufsbegleitende Kurse finden typischerweise an Wochenenden oder in Abendveranstaltungen statt, sodass eine Tätigkeit in Vollzeit oder Teilzeit weiterhin möglich bleibt. Vollzeitkurse sind seltener, aber möglich und verkürzen die Gesamtdauer erheblich. Eine realistische Planung ist wichtig: Weiterbildung neben dem Job ist machbar, aber sie kostet Zeit und Energie. Ein strukturierter Lernplan hilft dabei, den Überblick zu behalten.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine Weiterbildung?
Den idealen Zeitpunkt für eine Weiterbildung gibt es nicht in dem Sinne, dass man warten sollte. Empfehlenswert ist es, nach ein bis zwei Jahren Berufserfahrung mit der Planung zu beginnen. So besteht genug Praxisbezug, um die Lerninhalte wirklich zu verankern, ohne zu lange auf der Stelle zu treten.
Folgende Fragen helfen dabei, den richtigen Moment zu finden:
- Fühlt man sich im aktuellen Aufgabenbereich sicher und möchte mehr Verantwortung übernehmen?
- Gibt es Rückhalt beim Arbeitgeber, der Flexibilität für die Lernphasen ermöglicht?
- Ist die private Lebenssituation stabil genug, um zusätzliche Zeit und Energie zu investieren?
Wer zu lange wartet, riskiert, in einer Komfortzone zu verbleiben. Wer zu früh startet, ohne ausreichende Praxisbasis, tut sich beim Lernen schwerer. Der beste Zeitpunkt liegt meist früher, als man denkt. Bei konkreten Fragen zur eigenen Karriereplanung lohnt sich auch ein direkter Kontakt zu einer erfahrenen Kanzlei.
Wie SLD Ihre Karriere in der Steuerberatung fördert
Wir bei SLD glauben, dass fachliche Weiterentwicklung kein Selbstläufer ist. Deshalb investieren wir aktiv in die Karriere unserer Mitarbeitenden, von der Ausbildung bis zum Berufsträger. Was das konkret bedeutet:
- Wir bilden selbst Steuerfachangestellte aus und begleiten sie auf ihrem weiteren Weg.
- Interne und externe Fortbildungsmaßnahmen, unter anderem zum Steuerfachwirt oder zum Bilanzbuchhalter, sind fester Bestandteil unserer Kanzleikultur.
- Unsere Berufsträger stehen als fachliche Ansprechpersonen zur Verfügung und unterstützen bei der Vorbereitung auf die Steuerberaterprüfung.
- Wir bieten Positionen im Steuerbereich in Vollzeit und Teilzeit an unseren drei Standorten Regensburg, Neutraubling und Straubing an.
- Die Vergütung ist individuell und angemessen, ohne starre Gehaltsschubladen.
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